Eine Neubewertung der Kompressionsneuropathien: Pathophysiologie, Diagnose und Management
10.-11. März 2018 - Annina B. Schmid

Vorstellung

Kompressionsneuropathien wie Radikulopathien und Karpaltunnelsyndrom sind die häufigste Ursache für neuropathische Schmerzen und in der therapeutischen Klinik oft anzutreffen. Die Diagnose und Behandlung von Patienten mit Kompressionsneuropathien bleiben jedoch eine klinische Herausforderung:

  • Wie erkenne ich eine neurologische Läsion?
  • Wann muss ich einen Patienten zum Arzt oder sogar in den Notfall verweisen?
  • Wann besteht eine Operationsindikation?
  • Welche Therapien und Medikamente können helfen?

Gründe für die klinische Unsicherheit sind häufig ein limitiertes Verständnis von neuropathischen Symptomen und Zeichen (z.B. Taubheit, Schmerz, Allodynie, Paresen, Parästhesien) und den zugrunde liegenden Pathomechanismen. Dazu kommt, dass es nur limitierte und teilweise widersprüchliche Evidenzen für die Behandlung von Patienten mit Kompressionsneuropathien gibt. Dieser Kurs gibt einen detaillierten und klinisch anwendbaren Einblick in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der Pathophysiologie, Diagnose und Management von Patienten mit Kompressionsneuropathien.

Ziele

Die Kursteilnehmenden...

  • verstehen die grundlegenden Pathomechanismen bei Kompressionsneuropathien und können diese in ihr Clinical Reasoning einbetten;
  • können eine korrekte neurologische Untersuchung und quantitativ sensorische Tests durchführen und interpretieren;
  • sind mit der Evidenz und der Effektivität von therapeutischen Interventionen im Management von Patienten mit Kompressionsneuropathien vertraut;
  • erlangen die Kompetenz, eine gezielte Intervention zu planen, durchzuführen und die Resultate zu interpretieren.

Inhalt

Im ersten Teil des Kurses werden die Teilnehmenden auf den neuesten Stand bezüglich den Pathomechanismen bei Kompressionsneuropathien gebracht. Dabei werden Mechanismen wie Neuroinflammation und Beteiligung des Immunsystems, Myelin- und Axondegeneration sowie Faktoren wie zentrale Sensibilisierung und kortikale Veränderungen erläutert. Diese Mechanismen werden in direkten Bezug zu den klinischen Symptomen und Zeichen gesetzt. Ein verbessertes Verständnis der Pathomechanismen fördert eine hypothesengesteuerte Untersuchung sowie ein gezieltes Management.

Im zweiten Kursteil wird besprochen wie klinische Tests helfen können, die verschiedenen Pathomechanismen zu differenzieren. Dabei lernen die Kursteilnehmenden das Konzept von „negativen und positiven Zeichen“ und dessen
Einfluss auf die Diagnostik und Prognose. In praktischen Sequenzen werden sowohl neurologische Screening-Tests sowie Prinzipien von neurodynamischen
Tests geübt. Als klinische Ergänzung lernen die Teilnehmenden deshalb die Prinzipien
und Durchführung von quantitativ sensorischen Tests.

Der dritte Kursteil beinhaltet das Management von Patienten mitKompressionsneuropathien. Die neueste Literatur hierzu wird zusammengefasst und es wird erklärt, wie therapeutische Interventionen die zuvor gelernten Pathomechanismen positiv beeinflussen können.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Diplomierte Physiotherapeuten/innen.
Es sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig.

Kursleitung

Annina Schmid hat ihre Grundausbildung zur Physiotherapeutin in der Schweiz absolviert bevor sie mit dem Master in Manipulative Therapy an der Curtin University of Technology in Perth, Australien graduierte.
Zurück in der Schweiz begann Annina Schmid ihre Forschungsarbeit und kehrte nach Australien zurück, wo sie den Doktortitel PhD in Neurowissenschaften an der University of Queensland erlangte. Sie arbeitet zurzeit als Associate Professor am Nuffield Department of Clinical Neurosciences an der Oxford Universität in England. Ziel ihrer Forschungsarbeit ist die Behandlung von Patienten mit Schmerzen bei Kompressionsneuropathien zu optimieren, dies mit vertieftem Wissen bezüglich Pathomechanismen und neuropathischen Schmerzen sowie der möglichen Rehabilitation des neuralen Systems. Weitere Informationen: www.neuro-research.ch.

Kursdaten u. Ort

10.-11. März 2018.
SUPSI Fachhochschule Südschweiz, Physiotherapie Graubünden, Weststrasse 8, Landquart. Zeiten: 8.30-12.30, 13.30-17.30.

Besonderes

Der Kurs findet auf Deutsch statt.

Kosten

CHF 500.– (10% Rabatt für Alumni der SUPSI und Mitarbeitende der Ausbildungsbetriebe der SUPSI Landquart).

Anmeldung

Bis 15. Januar 2018.

Anmeldung an:
Fachhochschule Südschweiz
Physiotherapie Graubünden
Weststrasse 8, CH-7302 Landquart
Tel.: +41(0)81 300 01 70
deass.landquart@supsi.ch

Oder Anmeldetalon (Prospekt).

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st.wwwsupsi@supsi.ch