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Mehrsprachigkeit in einer Gesundheitskrisensituation

Acronym MeGeK

Abstract In diesem Forschungsprojekt sollen retrospektiv die Herausforderungen analysiert werden, welche die Mehrsprachigkeit der Schweiz in der Gesundheitskrise COVID-19 mit sich bringt. Eine solche Ausnahmesituation erfordert eine permanente Kommunikation mit der Wohnbevölkerung. Kommunikation ist ein entscheidendes Instrument des Krisenmanagements, sei es, um über den Stand der Situation zu informieren, über die einzuhaltenden Hygieneregeln, aber auch über die Rechte und Pflichten bei der Arbeit, über den Zugang zu Sozialleistungen oder aber zum Bildungsbereich. Diese Kommunikationsarbeit muss in der Schweiz zwangsläufig die Mehrsprachigkeit mitberücksichtigen: a. Für die Bevölkerung, welche eine der Amtssprachen der jeweiligen staatlichen Ebene (national, kantonal oder kommunal) beherrscht, erfordert die Kommunikation Übersetzungen in die Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch), aber auch lokale Adaptations-, Interpretations- und Transpositionsprozesse der Botschaften, da sich die Lage in den verschiedenen Regionen des Landes unterschiedlich entwickelt. b. Für die Bevölkerung, welche in der Schweiz wohnt, aber nicht unbedingt eine Landessprache oder Englisch beherrscht und von den gewohnten Kommunikationskanälen nicht erfasst wird, sind viele Initiativen ergriffen worden, um den Informationszugang sicherzustellen. Sowohl Behörden als auch private Organisationen und Vereinigungen haben Übersetzungen, Dolmetscherdienste und Adaptationen der Botschaften in barrierefreie Inhalte (z.B. Leichte Sprache) und in Migrationssprachen vorgenommen. Die Gesundheitskrise hat folglich eine beachtliche Produktion an mehrsprachigen Ressourcen (Webseiten, Flyer, Videos, Slogans, digitale Instrumente) und an mehrsprachigen Diensten (Hotlines, soziale Netzwerke etc.) ausgelöst. Diese mehrsprachigen Produkte und Dienste haben sich vor allem auf Gesundheitsfragen und Präventionsmassnahmen konzentriert. Die Gesundheitskrise ist aber auch von sprachlichen Herausforderungen betreffend Zugang zu Sozialleistungen begleitet worden, wo über neue Massnahmen im Bereich der Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe informiert werden musste. Auch im Bildungsbereich zeigten sich Herausforderungen, da der Informationsaustausch zwischen Erziehungsberechtigten und Lehrpersonen eine vermehrte Aufmerksamkeit für Fragen der Mehrsprachigkeit erforderte und ebenfalls zur Produktion von entsprechenden mehrsprachigen Ressourcen beitrug.

SUPSI Organisations Involved Competence Centre for Languages and Plurilinguism Studies

People involved Daniela Kappler

Managers Stefano Losa

Date of Project Start 1 January 2021

Date of Project Completion 31 December 2023

Email stefano.losa@supsi.ch

 
st.wwwsupsi@supsi.ch